Durch die Augen von Eric Hoerl – Spielbericht Wiesbaden Phantoms

Geschrieben von Jugendleiter Eric Hoerl:

Acht Wochen ist der erste Kickoff der Bad Homburg Sentinels Jugend-Saison bereits her. Es wirkt deutlich länger. Es war nicht unwahrscheinlich, dass es nochmal schneit; Pullis unter ihren Pads, gefroren Fingern. Zudem waren überall neue Gesichter zu sehen.

„Hast du schon mal Football gespielt?“, fragte Ich.
“Coach, ich habe noch nie vorher Sport gemacht.”

Wir spulen vor zum letzten Samstag in Wiesbaden, das siebte Spiel der Saison. 30 Grad und 60% Luftfeuchtigkeit.  In den Autos wurde viel geschwitzt, während man wegen dem gesperrten Wiesbadener Kreuz im Stau stand, zusammen mit den Schiedsrichtern der Partie. Ein sehr trockenes Feld, dass viele Football Spiele gesehen hatte und vor ein paar Wochen noch wunderbar grün und anlockend war. Ein schöne Metaphor, um aufzuzeigen welchen Aufwand die Kinder, Eltern und Trainer in so einer Saison betreiben und wie es ihnen nach einigen Wochen geht.

Zurückblickend auf die Vorbereitung, kann man sich gar nicht mehr vorstellen wie sich die Kälte angefühlt haben muss.  Mit einem Gewitter auf dem Radar und dem Risiko, dass das Spiel nicht stattfinden kann, ging es schon mal nicht gut los. Keiner wollte sich vorstellen, wie es für die Jungs sein muss bei dieser Hitze zu spielen, vor allem wenn man noch ein weiteres Spiel vor der Brust hat. Da aber zwei der vier U16 Coaches jeden Moment Vater werden könnten, gab es keine andere Möglichkeit als dieses Spiel durchzuziehen. Nicht weil wir es nicht spielen wollten, viel mehr weil wir es unbedingt jetzt wollten.
18 Sentinels Spieler mit einem Durchschnittsalter von vierzehn Jahren kamen bereits ins Schwitzen, als sie den 50-Mann starken Kader der hungrigen Wiesbaden Phantoms sahen. Vor allem da die letzte Partie einige Wochen zuvor mit 70:0 überaus deutlich an den vorzeitigen Meister ging.  Viele waren um einiges größer als unsere Jungs und vielleicht waren unsere Spieler auch ein bisschen beeindruckt. Das sollte uns aber in keinster Weise aufhalten.

Die Sentinels empfingen zunächst den Kickoff in diesem mit Spannung erwarteten Spiel.  Nach einigen physikalisch verrückten Ballbewegungen schnappte sich einer der drei Team Captains, Fabian Topf, mit all seiner Kraft den freien Ball und brachte den anderen Captain und Quarterback Keon Rohe mit seiner Offense aufs Feld. Wobei fast alle schon auf dem Feld waren beim Kickoff..erster Spielzug war ein Fullback Dive um zu sehen, ob wir den Film richtig interpretiert haben.

Wie bei den meißten Teams mit vielen Rookies sind Fehler schwer zu vermeiden, zusammen mit dem warmen Wetter und Problemen mit den eigenen Nerven wird das alles nochmal härter. Nach ein paar Strafen gegen beide Richtungen mussten wir uns per Punt vom Ball trennen. Die Offense der Phantoms verlor keine Zeit und mit einer Mischung aus Swinging Gate Trickspielzügen und großartigen Läufen der #80 kamen sie zum ersten Touchdown der Partie. Die Conversion war nicht gut – 6:0.Die nächsten beiden Spielzüge der Sentinels Offense waren wieder eine Mischung aus schlechtem Blocking und sehr guten Tackles der #21 aus Wiesbaden, so dass man einige Yards verlor. Ein 35 Yards Lauf von Runningback Lukas Hopf, wurde dann auch noch unnötigerweise durch eine falsche Aufstellung zurückgebracht.  QB Keon Rohe musste dann nach einer Verletzung vom Feld, Liam Müller, der letztes Jahr noch U13 spielte übernahm als Spielmacher. Doch die Kurstädter verlieren den Ball und der Gastgeber erobert diesen an der gegnerischen 30.
Nach einem perfekten Pass von #10 auf #13 über 30 Yards erhöhen die Phantoms mit erfolgreicher Two-Point auf 14:0. Das war auch das Ende des ersten Quarters.

Die Phantoms führten diesmal den Onside Kick erfolgreich aus. Ein 30 Yard Pass auf #89 und ein Screen Pass auf #88 sorgten für den nächsten Touchdown. Der Extrapunkt war ebenfalls gut – 21:0. Auch der nächste Kickoff war ein Onside Kick, aber der Neuzugang aus der U13 von Hanau Finn „Kberg“ Kohlenberg schmiss sich heroisch in die Menge und eroberte den Ballbesitz für Bad Homburg. Unsere Jungs gaben sich keinesfalls auf, viel mehr zeigten sie eine Reaktion. Ein 30 Yard Pass von Quarterback Rohe auf Lukas Hopf wurde durch seinen sensationellen Catch gekrönt. Ein schöner Lauf wurde durch eine Flagge danach zurückgebracht. Wiesbaden setzte die Offense nun mit Punt-Block massig Blitzen stark unter Druck und dem waren die Jungwächter nicht gewachsen. An der eigenen 25 Yard Line kamen die Phantoms wieder in Ballbesitz.

Schlechte Kommunikation und die Hitze sorgten immer wieder für Fehler. Mehrere Missed Tackles und der Runningback mit der Nummer 28 aus Wiesbaden war eigentlich nicht mehr einzuholen – 74 Yards später verhinderte Hopf durch einen mega Sprint von der anderen Feldseite die sicheren sechs Punkte. Trotzdem erzielte die #28 im nächsten Spielzug den Touchdown, bei den Sentinels gingen langsam die Kräfte aus. Die Twi-Point wurde durch Erik Laumann abgefangen!

Den nächsten Onside Kickoff sicherte sich Cedric Höhler, der ebenfalls aus der U13 hoch kam und machte sogar noch einige Yards im Anschluss. Erneut blitzten sieben bis acht Spieler der Phantoms Defense, doch ein Roughing the Passer bewegte die Kette für Bad Homburg. Im Spielzug darauf musste Rohe dann erneut nach einem harten Hit kurz behandelt werden und Ersatz-Quarterback Liam war zurück auf dem Feld. Doch auch er hatte keine Chance gegen die Durchschlagskraft der fast kompleter Phantoms-Defense. Nach einem heftigen Hit blieb Liam liegen und musste für dreizig Minuten behandelt werden und so war auch der 1. Halbzeit beendet.
In dieser Pause kam es zu heftigen Diskussionen mit dem Head Coach der Phantoms von Jungendleiter Eric Hoerl.  Am Ende wurde Liam von einem Krankenwagen abgeholt. Glücklicherweise war es „nur“ eine Gehirnerschütterung und nichts schlimmeres. An dieser Stelle weiter Gute Besserung!
Zur Halbzeit stand es 27:0 für Wiesbaden.

In der zweiten Halbzeit war deutlich ein anderes Spiel zu sehen- keine Onside Kicks mehr und deutlich weniger Blitze. Als die lange erwartete Wolken und leichter Regen anfing, schweben noch einige „Trainer Kolaberationen“, so wie eine Art Regenbogen über die 2 total erschöpfte Mannschaften. Die Mannschaft hielt den Kopf oben und kämpfte, auch wenn man keine Chance mehr hatte zu gewinnen. Keon kam nach der Halbzeitpause zurück als Quarterback und wir kamen zu unserem Touchdown durch Lukas Hopf.  Rohe brachte kurz vor Spielende ein paar knappe langen Pässe an, doch dann war Schluss. Die Phantoms erzielten noch 19 Punkte . Final Score 46:6 für Wiesbaden.

 

Mein Fazit zum Spiel, was auch bei alle Coachs betrifft: “Ihr habt bis zum Ende gekämpft.  Ich bin stolzer als je zu sagen dass ich eure coach bin!”

 

Am nächsten Sonntag ist unser letztes Spiel gegen die Saarland Hurricanes. Kickoff ist um 14 Uhr im Sportzentrum Nordwest und wir veranstalten den 2. Mega-Bowl an diesem Tag. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr alle die Jungs nochmal unterstützt, es würde Ihnen viel bedeuten.

Wir sind sehr motiviert und freuen uns schon auf Sonntag und die Vorbereitung für die Saison 2019 in der Jugendregionalliga mit dem Motto:

„Bring it on!“

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